"Wirtschaftswunderkinder" geben
Banner an die "Weltmeister" weiter
Mit
der Bannerübergabe der Jahrgansvereinigung 1953 "Die
Wirtschaftswunderkinder" an die Jahrgangsvereinigung 1954 "Die
Weltmeister" am Samstagabend im Bürgerhaus Nauborn wird die
Tradition
der Jahrgangsvereinigungen fortgesetzt. Im Beisein von
Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP) übergab die Vorsitzende
Gabriele
Eichenauer (Jahrgang 1953) das Banner an Martin Stückrath, Chef
der
neuen Jahrgangsvereinigung 1954.
Bei
der Bannerübergabe (v. l.): Martin Stückrath (1954), Gabriele
Eichenauer (1953) und Oberbürgermeister Wolfram Dette. (Foto:
Klotz)
Wetzlar-Nauborn.
Der Wimpel zeigt einen Fußballspieler und soll an den grandiosen
Sieg
der deutschen Fußballmannschaft mit ihrem 3 : 2 gegen Ungarn in
Bern
erinnern.
Der Oberbürgermeister freute sich, dass mit der
Bannerübergabe ein Stück Wetzlarer Tradition fortgesetzt
werde, die
1911 begonnen habe. Er nannte die Bannerübergabe einen Meilenstein
im
Leben der Jahrgangsvereinigungen.
"Viele der neuen Fünfziger
gehen sicher einen gemeinsamen Weg. Wer 50 ist, gehört gewiss noch
nicht zu den Senioren, sondern mehr zur Mittelschicht, wenn man die
Lebenserwartung mit über 80 Jahren betrachtet", meinte Dette und
erinnerte an das Geburtsjahr der "Neuen": "Die Gleichberechtigung von
Mann und Frau war damals noch nicht vollzogen und nur etwa fünf
Prozent
der Deutschen reisten damals, 1954, ins Ausland. In Wetzlar wurde die
TV-Halle am Goldfischteich gebaut, die jetzt abgerissen wird und auch
das neue Arbeitsamt in der Sophienstraße eingeweiht".
Dette
dankte allen, die den Jahrgang 1954 "auf den Weg gebracht haben", vor
allem den 53ern. Das gemeinsame Sommerfest der Jahrgänge, das in
diesem
Jahr erstmals stattgefunden und eine gute Resonanz gefunden habe,
sollte, so Dette, zu einer ständigen Einrichtung werden.
Der
Vorsitzende der "Weltmeister", Martin Stückrath, hatte alle
willkommen
geheißen und an die Zeit um 1954 erinnert, als das deutsche
Wirtschaftswunder blühte und die Fußballweltmeisterschaft in
Bern zu
Riesenumsätzen in der Fernsehbranche führte. Stückrath,
der viele
Ereignisse des Jahres 1954 Revue passieren ließ, dankte die
"53ern" für
ihre Starthilfe bei der Gründung der "Weltmeister" und besonders
deren
Vorsitzenden Gabi Eichenauer. Das Rahmenprogramm, moderiert von Heinz
Dittschar, wurde gestaltet vom Komiteeballett des NKB unter Leitung von
Susanne Uhl, einer Zwei-Mann-Kapelle, mit einem Sketch, einer
amerikanischen Versteigerung eines Fußballs mit den Autogramm der
"Wetzlarer Weltmeister", einem Kurzvortag von Reinhard Müller zur
"Festordnung" und von der Teak Won Do-Weltmeistertruppe aus
Niedergirmes mit Lesley Vierre, Ebru Kirca, Caroline Linker und der
Vizeweltmeisterin Nejla Kirca.
Rückblende: Der damalige
Bürgermeister Otto von Zengen, der von 1900 bis 1914 die Stadt
Wetzlar
regierte, rief die Jahrgangsvereinigungen mit einer Anzeige vom 22.
Dezember 1911 in Wetzlar ins Leben. Er kam aus Ostpreußen in das
damals
zu Preußen gehörende Wetzlar. Der Appell des
Stadtoberhauptes fiel beim
Jahrgang 1862 auf fruchtbaren Boden.
"50er - an vielen Orten
besteht die Gepflogenheit, daß sich alljährlich die
Männer, die das 50.
Lebensjahr erreichen, zusammenschließen und gemeinsam die Feier
ihres
50. Geburtstages begehen. Diese schöne Sitte sollte auch hier
eingeführt werden . . ." hatte Otto von Zengen geschrieben. Mit
Erfolg,
wie man sieht, nur durch die beiden Weltkriege unterbrochen.
Quelle:
Von Karl-Heinz Klotz, Wetzlarer Neue Zeitung
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