Chronik

Wegen unüberbrückbarer Gegensätze zwischen den
Westalliierten und der UdSSR zur Frage der deutschen Wiedervereinigung
scheitert das am 18.2. in Berlin zu Ende gehende (letzte) Gipfeltreffen
der Außenminister der Siegermächte. Als unmittelbare Folge
erklärt die UdSSR am 25.3. die Souveränität der DDR.

Im Sommer wird die BRD durch die Nachricht irritiert,
daß der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz
Otto John in die DDR gewechselt sei und dort politisches Asyl erhalten
habe. Als er Ende 1955 in die BRD zurückkommt, verhaftet und wegen
Landesverrats verurteilt wird, beteuert er stets seine Unschuld mit dem
Hinweis, er sei entführt worden.

28. Januar
Der Hessische Rundfunk nimmt sein erstes Fernsehstudio im
Rundbau an der Bertramstraße in Betrieb.

Start der Frankfurter Schlagerbörse, die ab 1957
für 17 Jahre oder 777 Sendungen vom legendären Hanns Verres
moderiert wurde.

6. Mai
Das Wort zum Sonntag startet in der ARD.

4. Juli
Mit einem 3:2 Sieg über Ungarn wird die Bundesrepublik
in Bern Fußballweltmeister.

17. Juli
Theodor Heuss wird in West-Berlin erneut zum
Bundespräsidenten gewählt.

1. Oktober
Beginn der täglichen Sendung der Tagesschau.

Veröffentlichung der Geschichte der O.

2. Oktober
Auf der Londoner Außenministerkonferenz wird die
Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und die Aufnahme in die Nato
beschlossen.

6. Juni
Am ersten Fernsehaustausch der Eurovision beteiligen sich die
Bundesrepublik, die Niederlande, Großbritannien, Frankreich,
Italien, Belgien, Dänemark und die Schweiz.
Beginn der "Eurovision" mit der Übertragung des Narzissenfest von
Montreux in acht Länder. Die Schweiz stellt die Verbindung
über das sich seit 1953 im Bau befindliche Richtstrahlnetz via
Alpen (Jungfraujoch) mit Italien her. Insgesamt 45 Fernsehsender in
England, Frankreich, Belgien, Holland, Dänemark, Italien,
Deutschland und der Schweiz übertragen das Gemeinschaftsprogramm.

11. September
Eröffnung des Bundessozialgerichts in Kassel.

Als Ergebnis der 1954 in Den Haag stattgefundenen Konferenz
zur Ausarbeitung eines Kulturschutzabkommens wurde die "Haager
Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten"
unterzeichnet. Die Vertragspartner verpflichten sich zur "Sicherung und
Respektierung" von "beweglichem oder unbeweglichem Gut, das für
das kulturelle Erbe aller Völker von großer Bedeutung ist".

Walter Bothe, Professor in Gießen und Heidelberg, seit
1934 Direktor des Instituts für Physik im Kaiser-Wihelm-Institut
für Medizin in Heidelberg (heutiges Max-Planck-Institut) erhielt
1954 mit M. Born den Nobelpreis für Physik für die
Untersuchungen über die Gültigkeit des Energiesatzes bei
elementaren Strahlungsvorgängen.

Ernest Hemingway, 1899 als Sohn eines Arztes in Illinois
(USA) geboren, ging 1921 als Journalist nach Europa und in den Nahen
Osten. 1954 erhielt er für sein schriftstellerisches Werk den
Nobelpreis für Literatur. Danach verbrachte er fünf Jahre in
Paris. 1961 schied er nach schwerer Krankheit freiwillig aus dem Leben.

Kaum daß sie den einen verloren haben, läßt
sich Frankreich in einen weiteren Kolonialkrieg ziehen, diesmal mit
Algerien, als dort Aufständische am 1.11. an 70 Orten gleichzeitig
französische Beamte erschießen und Bombenanschläge
verüben. Organisator des Aufstandes ist Achmed Ben Bella. Zu
schweren Unruhen gegen die Kolonialmacht kommt es auch in
Französisch-Marokko.

25. Februar
In Ägypten wird General Nagib gestürzt. Ghamal Abd
el-Nasser wird Präsident von Ägypten.

Die Franzosen erleiden am 7.5. im Indochinakrieg im seit 57
Tagen eingekesselten Dien Bien Phu im Nordwesten Vietnams eine
katastrophale Niederlage.

Nachdem in (Rot-) China die Verfassung angenommen worden ist,
wird Mao Tse-tung endgültig Präsident der Volksrepublik China.

21. Juli
Auf der Genfer Indochina-Konferenz (26.4.-21.7.) wird
über das Kriegsende in Indochina verhandelt. Als Ergebnis werden
die verfeindeten Truppen am 17. Breitengrad als Demarkationslinie
zwischen Nord- und Südvietnam getrennt. Frankreich muß sich
aus dem Norden des Landes jetzt auch politisch zurückziehen.